18.09.2018
Glocken läuten für den Frieden

Europaweite Aktion zum Internationalen Friedenstag

Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) beteiligen sich am europaweiten Glockenläuten zum Internationalen Friedenstag am 21. September von 18 bis 18.15 Uhr. Erstmals in der Geschichte werden unter dem Motto „Friede sei ihr erst Geläute“ kirchliche und säkulare Glocken gemeinsam läuten. Die Aktion zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 soll 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs und 400 Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges ein starkes Zeichen des Friedens setzen.

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der EKM, ruft alle Kirchengemeinden zur Teilnahme auf: „Ich würde mich freuen, wenn auch in Mitteldeutschland viele Gemeinden ihre Glocken läuten lassen. Kirchenglocken rufen zum Gebet, und deshalb ist es gut, dass nach dem Läuten gebetet wird. Unsere Welt braucht Gebete für Frieden“.

„Viele Landeskirchen haben sich diesem europäischen Aufruf angeschlossen. Auch Kommunen und andere Eigentümer von Glocken machen mit. So zum Beispiel die Stadt Magdeburg. Es wird hoffentlich ein eindringlicher Glockenklang im ganzen Land, in ganz Europa, der uns zum Frieden und zum Friedensgebet ruft“, sagt Eva Hadem, Friedensbeauftragte der EKM. „Hundert Jahre nach dem ersten Weltkrieg ist das ein Zeichen für den Frieden in Europa, um deutlich zu machen, dass wir uns gerade auch als Kirchen vom Weg des gerechten Krieges nachdrücklich verabschiedet haben und dem Leitbild des gerechten Friedens folgen.“

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 rufen der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, das Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschland und das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz und das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken gemeinsam Glockenbesitzer auf, sich am europaweiten Läuten zu beteiligen. Das Kulturerbejahr wurde durch die Europäische Kommission ausgerufen und wird in Deutschland unter dem Motto „Sharing Heritage“ durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz koordiniert.

Hintergrund:

Glocken sind ein prägendes Kulturelement in Kirchen und Rathäusern in Europa, auf Friedhöfen und an Gedenkorten. Seit spätestens dem 6. Jahrhundert sind sie als Signal für den Gottesdienst nicht mehr wegzudenken. Wandermönche aus Irland, unter ihnen der Heilige Bonifatius, führten sie als klingende Einladung zum Gebet mit sich. Seit dem 8. Jahrhundert sind sie ein wichtiges Inventar der Kirchtürme. In Zeiten von Kriegen wurden sie immer wieder eingeschmolzen und zu Waffen verarbeitet. Umso mehr sind Glocken, wenn sie klingen, ein Signal des Friedens.

Weitere Informationen im Internet: www.sharingheritage.de/europaweites-glockenlaeuten

Symbolfoto Glocke: Ilka Jost