22.03.2019
Erster Gastprediger kommt aus Breslau

Zentralgottesdienst zu Laetare in der Johanneskirche

Ein besonderer Gottesdienst (mit Heiligem Abendmahl) findet am Sonntag Laetare (31. März), 9.30 Uhr, in der Saalfelder Johanneskirche statt. Erwartet wird ein Gastprediger aus Breslau (Wroclaw) - Pfarrer Andrzej Fober, Propst der kleinen deutschen evangelischen Minderheit in Schlesien.

Die Kirche St. Christophori wurde der deutschen evangelischen Minderheit nach dem Krieg von der polnischen Regierung überlassen. Seit 750 Jahren erlebte diese Kirche die wechselvolle Geschichte der Stadt. Im Dezember feierte die kleine Gemeinde mit sehr vielen Gästen das 60. Jubiläum der Wiederweihe der Kirche nach dem Aufbau aus der Zerstörung in der Festung Breslau.

Propst Fober feiert jeden Sonntag in St. Christophori Gottesdienst in deutscher Sprache. In den Orten Liegnitz, Bad Warmbrunn, Lauban und Waldenburg gibt es alle 14 Tage einen deutschsprachigen Gottesdienst. In der Christophori-Kirche wird im Winter im alten Pfarrhaus, das sich gleich neben der Kirche befindet, Suppe für Obdachlose und alte Menschen angeboten. Dabei spielt die Religion keine Rolle.

Bemerkenswert sind die Aktivitäten der kleinen Gemeinde. Gerade wurde die Suppenküche mit einer modernen neuen Küche ausgestattet und in der Kirche 14 neue Bleiglasfenster mit Wappen schlesischer Familien angebracht. Das Pfarrhaus in Breslau-Zimpel ist mit fünf5 sehr schönen Gästezimmern ausgestattet. Sie laden zum Besuch ein.

Andrzej Fober wurde 1958 in Teschen geboren. In den Jahren 1979 bis 1983 studierte er an der Christlich Theologischen Akademie sowie am English Language College in Warschau. Fober wurde 1986 in Gross Wartenberg (Syców) ordiniert. Mit dem Tag seiner Ordination wurde er in seine Tätigkeit in der dortigen Gemeinde sowie in Międzybórz eingeführt. 1999 wurde Fober Dekan der Evangelischen Militärseelsorge des Wehrbereichs Schlesien in Breslau. 2000 begann er seinen Dienst in der deutschsprachigen St. Christophorigemeinde, wo er 2006 zum Propst gewählt wurde. 2010 folgte die Ernennung zum Stellvertretenden Evangelischen Militärbischof im Rang eines Oberst. In den Jahren 2008 bis 2012 studierte Fober an der Päpstlichen Theologischen Fakultät Breslau, wo er 2011 mit dem Lizenziat abschloss. Seit 1999 ist Fober Mitglied des Johanniterordens, anfangs als Ehrenritter und seit 2011 als Rechtsritter. Mit seiner Ehefrau Aldona Gundlach‑Fober ist er Vater dreier Töchter: Judyta, Estera und Rachela.

Wer gern noch mehr über diese deutsche Gemeinde wissen möchte, kann im Internet unter www.schg.pl den vierteljährlich erscheinenden Christophoriboten lesen, mit allen Neuigkeiten aus der Gemeinde.

Gabriele Brendel