Gedanken zur Woche

Warnemünde

Text und Bildautor: Pfarrerin Katharina Prüßing-Neumann | 19.03.2022

"Christus spricht: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." Lukas 9,62

Wer zurückblickt verliert das Ziel aus den Augen. Wer zurückblickt, der verliert die Richtung und die Orientierung. Statt einer geraden Furche entsteht ein Zickzackkurs. Das ist nicht schön für alle weiteren Arbeiten. Es erschwert alles, was danach kommt und gemacht werden muss. Wer zurückblickt, der wird auch langsamer, muss vielleicht sogar ganz anhalten und kommt zum Stillstand. Wer zurückblickt, steht in der Gefahr hängen zu bleiben, bei dem was war. Entweder in Verklärung der alten Zeiten und dem Gefühl der Wehmut und des Stolzes. Was habe ich nicht schon alles geschafft. Oder man bleibt in der Trauer um vergangene Zeiten stecken. Das damals Erlebte lähmt und führt zu Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit. Der anhaltende Blick zurück ist gefährlich und verstellt uns das Leben.

Zurück also nicht. Und vorwärts? Das Gegenteil, der immerwährende Blick in die Zukunft ist auch nicht gut. "Wenn das erst, dann …" Das Leben wird verschoben auf später. Man bleibt in Erwartung und findet doch nie die Erfüllung. Vertröstet sich selbst und kommt doch nie an. Ein Leben in der Warteschleife.

Die Vergangenheit gehört Gott. Die Zukunft gleichermaßen. Was war, das können wir nicht ändern. Wir können es nur vertrauensvoll in Gottes Hände legen und bitten, dass er alle unsere Vergangenheit in Segen wandelt. Und was noch werden wird, auch das liegt allein in Gottes Hand. Wir können es nicht vorhersehen und auch hier nur auf Gottes Gnade hoffen.

Allein die Gegenwart gehört uns - leihweise, als ein Geschenk von Gott. Nur in der Gegenwart, und nur in ihr, können wir wirken und sein. Deswegen strecke dich nicht nach dem Unerreichbaren. Versuche nicht zu sein wie Gott und Zukunft oder Vergangenheit zu halten. Sondern nutze die Zeit, die dir gegeben ist. Koste sie aus, genieße sie und mache etwas draus. Denn dann und nur dann, lebst du wirklich und ehrest den Schöpfer mit deinem Leben.
Warnemünde



Kommt her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an mir getan hat. Paulus schreibt: Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Psalm 66,16 Galater 2,20

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