Das Taizé Erlebnis

andre | 2012

Nicht lange ist es her, da war, wie jedes Jahr Ostern, das wichtigste Fest der Christenheit.

Und um eine nun lang währende Tradition zu bewahren, machte sich die evangelische Jugend des Kirchenkreises mit unseren Freunden aus dem Schleizer Kirchenkreis auf den Weg in das kleine französische Dorf Taizé, zum alljährlichen Ostertreffen.

In der Region Burgund liegend, lockt dieser Ort Jahr für Jahr Menschen aus der ganzen Welt an, um in Gemeinschaft, Gebet, Gesang und Stille den Glauben lebendig zu machen.

Taizé verbindet Menschen aller Völker und führt dabei Protestanten, Katholiken und Orthodoxe zusammen.

Auch in diesem Jahr trafen wieder einige Tausend Menschen auf dem Hügel ein.

Bei so vielen Menschen machte jeder Bekanntschaft mit Altersgenossen, die nicht nur aus seinem eigenen Heimatland stammten. Durch die Arbeits- und Bibelgruppen entstanden so Freundschaften mit Portugiesen, Schweden, Engländern, Spaniern oder andern Vertretern der insgesamt 30 Nationen, die zu dieser Zeit Taizé bevölkerten.
So viele Menschen und Kulturen schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Kaum eine Tageszeit war nicht von Musik erfüllt, die aus irgendeiner Ecke ertönte.

Der Lebensstandart war wie gewohnt schlicht, Reduzierung auf das Nötigste.

Unterkunft in Zelten oder einfachen Hütten, die Mahlzeiten sättigend aber einfach, jedoch gar nicht einmal unschmackhaft.

In Taizé blühen das Leben und der Glaube. Es ist bemerkenswert, wie so viele verschiedene Menschen so sehr an einem Strang ziehen können. Besonders deutlich wurde dies am Karfreitag.

Ich selbst verbrachte den Nachmittag mit meiner Bibelarbeitsgruppe im Freien, am Rande eines Sportfeldes, auf dem ungefähr 30 Jugendliche ausgelassen und lautstark Fußball spielten. Als um drei Uhr die Turmglocke an das Sterben von Christus erinnerte, war auf den ersten Ton der Glocke schlagartig Stille und das für drei Minuten.
Als dann der letzte Schlag verklungen war folgte Applaus und alle Beteiligten gingen wieder ihren Beschäftigungen nach.

Dieses Erlebnis brachte für mich alles auf den Punkt. So viele verschiedene Menschen, machen in einem einzigen Moment, aus demselben Grund, das Gleiche.

Diese Erinnerungen nimmt man dann mit nach Hause.




Du bist mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor Gewalt. Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
2. Samuel 22,3 Römer 8,38-39

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