Diakonische Arbeit im Kirchenkreis

Diakonische Arbeit im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld ruht auf vielen Säulen

Gelebte Verkündigung

Rudolstadt/Saalfeld. Wer kennt es nicht, das Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter", das im Lukas-Evangelium (10,25-37) geschrieben steht und von bedingungsloser Nächstenliebe erzählt.
Martin Luthers Lehre von den Sakramenten, wie er sie in der 1520 erschienenen Schrift "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" entfaltet, hat wesentlich zur Ausprägung des Charakters der Kirchen der Reformation beigetragen.
In die Sakramentslehre unserer Kirchen ist das diakonische Handeln nicht aufgenommen. Dabei ist es Jesus selbst, der sich des Menschen in seiner Einheit von Leib und Seele annimmt. Er ist es, der seine Jünger aussendet (siehe oben stehendes Gleichnis), um Gleiches zu tun. "Ich will Euch segnen und Ihr sollt ein Segen sein", so sehen Christen in unserem Kirchenkreis ihren diakonischen Auftrag.
Hinter dem Begriff Diakonie stehen alle Aspekte des sozialen Dienstes am Menschen innerhalb der Kirche. Die Arbeit ist von großer Vielfalt geprägt und richtet sich an alle Altersgruppen, vom Kleinkind bis ins hohe Alter. Als Teil des Verkündigungsdienstes erreicht das diakonische Handeln Menschen, die sonst keine Chance zur Berührung mit dem Evangelium haben.

Diakonische Kirchenkreissozialarbeit

Auch im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld ruht die diakonische Arbeit auf vielen Säulen. Die Kirchenkreissozialarbeit liegt in den Händen der 2009 gegründeten Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein gGmbH. Der Kirchenkreis stellt dafür im Rahmen des Haushaltsplanes die notwendigen Mittel zur Verfügung, unter anderem für Personalkosten sowie den Nothilfefonds, welcher in speziellen Fällen unbürokratische Hilfe ermöglicht. Im Bereich der Geschäftsleitung trägt Marlies Köhler hier Verantwortung.

Die Kirchenkreissozialarbeit umfasst ein breit gefächertes Beratungsangebot, das jedem offensteht, unabhängig von Herkunft und Religion. Die beiden Mitarbeiterinnen, Ingrid Uhlmann (Saalfeld) und Claudia Wahl (Rudolstadt) stehen als Ansprechpartnerinnen vor Ort zur Verfügung und sind mit ihrem Anliegen im gesamten Kirchenkreis unterwegs. Sie haben stets ein offenes Ohr für die Probleme der Menschen, suchen gemeinsam nach Lösungen und vermitteln bei Bedarf weiter. Nicht zuletzt bietet das Kreisdiakonat Hilfe und Unterstützung für Ehrenamtliche und begleitet diese in ihrer Arbeit.
Einen Hauptschwerpunkt bildet die allgemeine Sozial- und Lebensberatung. "Unser Angebot gilt über die festen Sprechzeiten hinaus. Wir sind für alle Kirchengemeinden da und führen bei Bedarf Hausbesuche bei Klienten durch, die zu uns mit verschiedenen Anliegen kommen. Manche brauchen einfach nur jemanden zum Reden, andere suchen Rat oder Hilfe im Umgang mit Behörden, beim Ausfüllen von Anträgen oder Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe", berichtet Ingrid Uhlmann.

Das Büro in Saalfeld befindet sich im "Haus der Diakonie" in der Brudergasse 11 mit weiteren Beratungsstellen der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein unter einem Dach. Die Beratungsstelle in Rudolstadt hat am Kirchhof 3 ihr Domizil, gemeinsam mit dem Kinderhaus, dem Begegnungsangebot "fagott" sowie einem Raum, den sowohl die Kirchgemeinde als auch Selbsthilfegruppen und Einzelpersonen nutzen.

Wunschbaum

Dieser Baum steht symbolisch für das Projekt "Wunschbaum". Foto: Ilka Jost
  Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Beratung und Vermittlung von Mütter-Vater-Kind-Kuren. "Wir sind offiziell anerkannte Beratungsstellen des Müttergenesungswerks und stehen in Kontakt mit Reha-Einrichtungen und Krankenkassen", informiert Ingrid Uhlmann. Sie betreut, genau wie Claudia Wahl, mehrere Selbsthilfegruppen und stellt auf Wunsch den Kontakt her. Eine jahrzehntelange Tradition haben die Körperbehindertengruppe, der Blinden- und Sehbehindertenkreis sowie die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs. Ebenso betreuen Ingrid Uhlmann und Claudia Wahl diverse Projekte, wie z.B. das Freitagsfrühstück im Diakonieladen Saalfeld, verschiedene Nähangebote für Kinder und Erwachsene und die Kinderbuchaktion.

Neben vielen Projekten hat u.a. der "Wunschbaum" Tradition, mit dem seit über zehn Jahren jährlich 160 bis 180 persönliche Kinderwünsche erfüllt werden können. Der "Wunschbaum" wandert durch verschiedene soziale Einrichtungen und Kirchen der Region Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg. Das Projekt kommt sozial bedürftigen und benachteiligten Familien zugute. Kinder, die u.a. mit ihren Eltern die Lebensmitteltafeln im Landkreis aufsuchen, können einen ganz persönlichen Wunsch auf ein Wunschherz schreiben und an das Bäumchen hängen. "In der Adventszeit bringen wir dann das Bäumchen innerhalb der Kirchgemeinden an verschiedene Orte. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, kann Wunschpate werden, sich ein Wunschherz vom Baum pflücken und das Geschenk kaufen. Die Kinder bekommen dann bei verschiedenen Weihnachtsfeiern, u.a. in der Obdachlosenhilfe, ihr Weihnachtsgeschenk überreicht, schildert Claudia Wahl die Vorgehensweise.


Sprechzeiten Saalfeld:
dienstags 9-13 Uhr (Sozial- und Lebensberatung), donnerstags 14-18 Uhr (Kurberatung) sowie nach Vereinbarung

 Haus der Diakonie  Haus der Diakonie    
       
Das Büro in Saalfeld ist im "Haus der Diakonie" untergebracht. Fotos: Ilka Jost    


Sprechzeiten Rudolstadt:
dienstags 9-12 Uhr (Kurberatung), donnerstags 9-12 Uhr (Sozial- und Lebensberatung) sowie nach Vereinbarung

 Beratungsstelle in Rudolstadt  Beratungsstelle in Rudolstadt  Beratungsstelle in Rudolstadt  
       
Die Beratungsstelle in Rudolstadt befindet sich am Kirchhof. Fotos: Ilka Jost  


"Das diakonische Handeln gehört in unserem Kirchenkreis in einer großen Selbstverständlichkeit zum Verkündigungsdienst und ist ein Wesensmerkmal unserer Arbeit", so Pfarrer Michael Wegner, Superintendent des Kirchenkreises Rudolstadt-Saalfeld, abschließend.

• Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein:

Die Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein wurde 2009 als gemeinnützige GmbH gegründet. Seitdem wirken die Evangelische Stiftung Christopherushof, das Michaelisstift Gefell und das Diakonische Zentrum Sophienhaus Weimar gGmbH als starke Partner zusammen. Der Wirkungskreis erstreckt sich vom Saale-Orla-Kreis über die Landkreise Greiz, Saalfeld-Rudolstadt bis in das Weimarer Land mit Schwerpunkt Weimar, die Landeshauptstadt Erfurt und den Kyffhäuserkreis.

Im Kirchenkreis Rudolstadt-Saalfeld betreibt die Diakoniestiftung unter anderem mehrere Kindergärten, Sozialstation, Tagespflege und Seniorenwohnanlage in Saalfeld sowie den ambulantem Hospizdienst. Das Beratungsangebot ist sehr vielfältig. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist die Suchtberatungsstelle, die im September 2017 ihr 25-jähriges Bestehen mit einem "Tag der Diakonie" feierte.

 Tag der Diakonie  Tag der Diakonie  Tag der Diakonie  Tag der Diakonie
       
 Tag der Diakonie  Tag der Diakonie  Tag der Diakonie  

Fotos: Ilka Jost

Weitere Informationen: www.diakonie-wl.de

• Diakonieverein Rudolstadt e.V. :

Die Geschichte des Diakonievereins Rudolstadt reicht bis ins Jahr 1880 zurück und nahm mit der Errichtung einer Schwesternstation ihren Anfang. 1901 wurde der diakonische "Landesverein für Innere Mission im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt", gegründet, der neben dem "Verein für Gemeindediakonie" Aufgaben der Wohlfahrtspflege in Rudolstadt übernahm.
1959 wurden beide Vereine aufgelöst. Die Arbeit der Gemeindeschwestern wurde jedoch fortgesetzt und fortan über das Diakonissenmutterhaus organisiert. 1984 wurde in Rudolstadt eine Kreisstelle für Diakonie gegründet. 1991 wurde der Diakonieverein Rudolstadt e.V. neu gegründet, das Angebot stetig erweitert und 2002 die Geschäftsstelle in der "Glocke" (Jenaischen Straße 1) um einen Neubau mit Beratungsstellen erweitert.
Unter dem Dach des Diakonievereins Rudolstadt arbeiten verschiedene Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Altenhilfe und der Eingliederungs- bzw. Behindertenhilfe. Auch die Obdachlosenhilfe und ein Hospizdienst sind unter dem Dach des Vereins angesiedelt. Darüber hinaus ist der Diakonieverein Träger mehrerer Kindergärten.
Pfarrer Hans-Jürgen Günther trägt als Vorsitzender des Diakonieausschusses und als Mitglied des Kreiskirchenrates besondere Verantwortung für diesen Bereich.

 Baum des Lebens  Baum des Lebens  Baum des Lebens  Baum des Lebens
       
 Baum des Lebens  Baum des Lebens  Baum des Lebens  

Fotos: Ilka Jost

Weitere Informationen: diakonie-in-rudolstadt.de

Weitere Träger:

• Diakonisches Altenhilfe-Zentrum:

www.diak-ahz.de

• Stiftung Herberge zur Heimat Rudolstadt:

www.kirchenkreis-rudolstadt-saalfeld.de/arbeitsbereiche/diakonie/stiftung-herberge-zur-heimat/

 Stiftung Herberge zur Heimat Rudolstadt  Stiftung Herberge zur Heimat Rudolstadt    
       
Zur Stiftung "Herberge zur Heimat" gehören die Begegnungsstätte für ältere Menschen und die altersgerechte Seniorenwohnanlage in der Strumpfgasse in Rudolstadt. Fotos: Ilka Jost    


• Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Saalfeld-Südthüringen :

Website Regionalverband Saalfeld-Südthüringen

Ilka Jost


Der HERR spricht: Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Jesus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
2.Mose 19,6 Johannes 20,21

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen finden sie hier. Herrnhuter Losungen