29.11.2025
Dank und Segen für Martin Gebhardt
Martin Gebhardt prägte über Jahrzehnte die Altenhilfe der Diakoniestiftung und in Thüringen - Kollegen und Wegbegleiter verabschiedeten ihn aus dem aktiven Dienst in der Diakonie
In der Aula im Diakonie Landgut Holzdorf wurde Abschied von Martin Gebhardt, dem langjährigen Vorsitzenden der Geschäftsbereichsleitung Altenhilfe der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und Geschäftsführer der Diakonie Sozialdienst Thüringen gGmbH, aus dem hauptamtlichen Dienst gefeiert. Knapp 100 Gäste waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam zurück- und vorauszublicken und danke zu sagen.
Martin Gebhardt hat seit mehr als 30 Jahren an verschiedenen leitenden Schlüsselstellen Verantwortung getragen und in dieser Zeit die Entwicklung der Pflegeangebote im Diakonieverbund und in Thüringen ganz wesentlich mitgestaltet und innovativ vorangetrieben.
Die Feier begann mit einer berührenden Andacht von Rektor und Geschäftsführer Ramón Seliger und Rosmarie Grunert, Oberin der Sophienhaus Schwestern- und Bruderschaft und Leiterin der Pflegeschule des Sophien und Hufeland Klinikums Weimar. Es folgte eine Begrüßung und Würdigung der Arbeit von Martin Gebhardt durch Dr. Klaus Scholtissek, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Diakoniestiftung. Er nannte Martin Gebhardt „einen herausragenden Pionier der Altenhilfe in Thüringen, einen Macher und Gestalter, der erfolgreich und stilprägend immer wieder nach neuen Wegen und Formaten für Pflege auf der Höhe der Zeit gesucht hat, einen Projektprofi, der auch ganz nüchtern Nein sagen konnte, wenn eine Idee nicht genügend Bodenhaftung hatte, einen feinfühligen Leistungsträger, der sich keine dicke Panzerhaut angelegt hat, um sich zu schützen und Menschen oder Aufgaben auf Distanz zu halten, einen glaubenden Christ, einen Diakoniker durch und durch.“
Für sein jahrzehntelanges Wirken unter dem Dach der Diakonie, für pflegebedürftige Menschen, für deren Angehörige und für eine vierstellige Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankte er ihm im Auftrag der Mitglieder der Aufsichtsgremien, im Namen der Geschäftsführung der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und auch stellvertretend für viele tausende Personen, die Ihm dienstlich begegnet sind. „Gottes Segen und seine unbeirrbare Zuwendung mögen Sie begleiten und ihnen in vielen netten Menschen um Sie herum immer wieder neu begegnen!“
Martin Gebhardt und Nicole Hartenstein, seine Nachfolgerin im Vorsitz der Geschäftsbereichsleitung Altenhilfe, haben für diesen Anlass eine Präsentation „Altenhilfe im Wandel“ erstellt.
Viele Leitsätze aus dieser Präsentation haben Gewicht über den konkreten Anlass hinaus:
- „Glaubwürdig zeigt sich die gelebte Botschaft Jesu - in der Diakonie - im Handeln an den jeweils Schwächsten.“ (Reimer Gronemeyer)
- „Die Musik spielt in den Regionen / Einrichtungen.“
- „Lösungen werden besser, wenn wir sie unter Beteiligung der Betroffenen finden.“
- „Jede/r Einzelne ist dabei wichtig. Eine besondere Aufgabe kommt den Leitenden zu.“
- „Ressourcen sind endlich, deshalb müssen wir auch andere Lösungen finden - als immer teurer zu werden.“
- „Der Mensch wünscht sich Beständigkeit. Doch unser Gott ist ein Gott des Weges.“
- „Altenhilfe ist ein Langstreckenlauf.“
Vehement widersprach Martin Gebhardt zudem einschlägigen Schlagzeilen, sie so oder so ähnlich lauten: „Die Versorgungssicherheit für Pflegebedürftige ist nicht mehr gewährleistet.“ Auf diese Weise würden Zerrbilder der Wirklichkeit gezeichnet, die die wertvolle Arbeit der Pflegenden im Tagesgeschäft und der Pflegeverantwortlichen in der strategischen Entwicklung massiv verkennen.
Altenhilfe sei Teamarbeit und deshalb dankte Martin Gebhardt ausdrücklich seinen Kolleginnen und Kollegen in der Pflege: Sie sind die eigentlichen Heldinnen und Helden der Altenhilfe. Er sieht dankbar und zuversichtlich auf einen gut strukturierten Geschäftsbereich Pflege in der Diakoniestiftung, der jetzt gemeinsam von Frau Hartenstein und Frau Pusch geleitet wird.
In fröhlicher Runde folgten viele herzliche Glückwünsche, es wurden Dank und Anerkennung ausgesprochen, Geschenke und Blumen überreicht. Es passt zum Mensch Martin Gebhardt, dass er für eine Spende für die demenzgerechte Gestaltung der Außenanlagen des Seniorenzentrums Jakobushof in Ilmenau warb.
Über die Führungsaufgaben in der Diakoniestiftung hinaus hat sich Martin Gebhardt in vielen Gremien, Verbänden und Institutionen engagiert. Vielen bleibt er mit dem ihm eigenen Elan erhalten: der Marie-Seebach-Stiftung in Weimar als Vorstand, der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V. als Vorstandsmitglied, dem Landespflegerat, mehreren Fachverbänden der Diakonie Mitteldeutschland, der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie in Thüringen.