29.11.2025
Wort zur Wochenwende - 1. Advent
Am Mittwoch haben wir noch einmal den Ewigkeitssonntag gefeiert, im Seniorenheim. Wir haben eine Kerze angezündet, und gebetet für die vielen Verstorbenen, einander getröstet, mit dem Gedanken, sie sind uns vorausgegangen in Gottes ewiges Reich. Auch die eigene Vergänglichkeit berührt uns in solchen Momenten.
Und morgen zünden wir schon wieder eine Kerze an. Flackert sie in eine ganz andere Richtung? Die eine Kerze erzählt vom Gehen-Lassen müssen, vom Verlust auch und von der Trauer. Sie leuchtet von uns weg. Die andere Kerze, die jetzt, die im Advent, die erzählt vom Kommen-Lassen- Können, vom Warten auf das große Fest, von Jesu Geburt. Gott kommt in die Welt. Sie leuchtet zu uns her.
Vielleicht leuchten die Kerzen in zwei Richtungen, aber sie treffen sich in der Mitte. Die Kerzen am Ewigkeitssonntag und im Advent, sie beide erzählen: Vom Leben, und nur deswegen vom Tod, Trauer und Freude, beides gehört dahinein, und das Evangelium, das zum 1. Advent gehört, es steht genau dafür. Es ist ja eigentlich ein Palmsonntagstext: Jesus zieht in Jerusalem ein, in die Stadt, in der er sterben wird, in der er sich dem Tod aussetzt. Diesen Text am ersten Advent? Ja, ganz genau. Weil eben beides zusammengehört: Die Hirten auf dem Felde, die angesichts der Geburt Jesu singen und fröhlich sind, und die Jünger, die ansehen müssen, wie Jesus gekreuzigt wird. Beides gehört zusammen: Gott in der Krippe, der zu den Menschen kommt, und Gott am Kreuz, von allen Menschen verlassen. Und beides gehört zusammen: Unsere tränenblinden Augen am Grab ebenso wie die leuchtenden Kinderaugen am Weihnachtsbaum. Der Totensonntag und der 1. Advent, der Ewigkeitssonntag und Weihnachten, das Licht für die Toten und das Licht am Adventskranz, beides gehört zusammen.