18.07.2026
Gedanken zur Woche - Zeit der Begegnung
Im Sommer ist das Leben leicht. Das kann man zwar so ganz pauschal nicht sagen, ab über 30 Grad wird’s anstrengend und Urlaub hat man ja auch nicht die ganze Zeit. Aber doch, das Leben ist leicht, man lebt viel draußen, es ist lange hell, man hat Lust, etwas zu unternehmen.
Und es gibt viele tolle Angebote im Sommer, schöne Veranstaltungen, Festivals, Feiern, Dinge, wo man gern dabei ist. Es ist die Zeit des Genießens und der Aktivitäten.
Und der Sommer kann auch eine besonders gute Zeit für Begegnungen sein. Kontakte wieder aufleben lassen zu Menschen, die man vielleicht lange nicht gesehen hat. Sich auf den Weg machen, weil ein bisschen mehr Zeit ist als sonst manchmal im Jahr. Das Anknüpfen an alte Beziehungen, das Pflegen alter Freundschaften: das finde ich etwas sehr Wichtiges und etwas sehr Schönes. Das ist wertvoll und kostbar- so wie der Nachmittag und Abend auf der Terrasse bei den lange nicht gesehenen Freunden, wir reden, wir lachen, wir sind uns einig. Wir teilen alte Erlebnisse und neue Erfahrungen. Und die eigenen Sorgen relativieren sich und manchmal nehme ich einen richtig guten Rat mit nach Hause, oder einen Gedanken, den ich weiterdenken möchte.
„Nun Freunde, lasst es mich einmal sagen: gut wieder hier zu sein, gut euch zu seh`n,
mit meinen Wünschen, mit meinen Fragen fühl ich mich nicht allein, gut euch zu seh`n.“:
so haben es schon vor über 30 Jahren die Liedermacher Wader, Wecker und Mey zusammen gesungen, und genauso ist es. Sich aufgehoben wissen im Netzwerk der Freundschaft, bei Menschen, die es gut mit mir meinen, denen auch ich nur das Beste wünsche, wo wir einander vertrauen und aneinander Interesse haben und sowohl zuhören als auch uns selbst mitteilen: das bereichert und macht Freude. Man bekommt wieder eine größere Weite.
„Und soll mein Denken zu etwas taugen und sich nicht nur im Kreise dreh`n,
will ich versuchen, mit euren Augen die Wirklichkeit klarer zu seh`n“ (nochmal aus besagtem Lied): genauso brauchen wir einander. Es ist gut, wenn Menschen da sind, auf die man zählen kann, vor denen man sich nicht verstellen oder eine Rolle spielen muss. Das tut gut.
Das gefällt mir an der Bibel: sie ist voll von Geschichten, in denen Menschen teilen, was sie sind und was sie haben, in denen Beziehungen gelingen, in denen Vertrauen die Missgunst und Liebe den Hass überwindet.
Sommer: die Zeit der Begegnungen, die Zeit des Anknüpfens an manches, was schon lange da ist und gepflegt und gewürdigt werden möchte. Was wir jetzt sammeln, kann ein Vorrat für kältere Zeiten sein, Nahrung für die Seele im Winter. Wir brauchen einander.
Herzlich grüßt sie ihre Pastorin i.R. Barbara Fischer aus Saalfeld