26.09.2026
Gedanken zur Woche - Übergänge

Vor ein paar Tagen war Herbstanfang.

Wenn etwas anfängt, geht meistens auch etwas zu Ende.

Wenn etwas zu Ende geht, fängt meistens etwas Neues an: 
man kann es so rum oder andersrum sehen- die erste Variante hat eher etwas Pessimistisches, die zweite klingt hoffnungsvoller, optimistischer.

Wenn etwas anfäng, geht etwas anderes zu Ende; wenn etwas zu Ende geht, fängt dafür etwas Neues an: beides ist wahr. Und beschreibt einen Übergang.

So ist es ja im Leben: nichts bleibt wie es war. Immer wieder Neues: neue Herausforderungen, neue Situationen, auf die wir reagieren müssen. Nicht alles liegt an uns selbst, nicht alle Veränderungen haben wir uns gewünscht. Da denkt man manchmal, nun ist alles so wie es sein soll, man hat sich ganz gut eingerichtet, weiß wie es läuft, und schwupps, kommt wieder alles anders. Manche Veränderung haben wir aber auch herbeigesehnt und alles dafür getan dass sie eintreten kann.

Veränderungen, Übergänge, prägen unser Leben. Manchmal steckt man schon mittendrin in einem Übergang, bevor man es überhaupt merkt. Überall warten sie auf uns: ob auf der Arbeit, wo Strukturen sich verändern oder wenn jemand in Rente geht;  in der Familie, wenn Kinder erwachsen werden oder Angehörige Hilfe brauchen; wenn ein Umzug nötig ist; wenn Freundschaften und Beziehungen entstehen oder zu Ende gehen; wenn die Gesundheit sich ändert und die Kräfte plötzlich nachlassen oder wenn jemand nach langer Krankheit auf dem Weg der Besserung ist. Auch in unseren Kirchgemeinden gab und gibt es immer wieder Veränderungen, Situationen des Übergangs.

Übergänge wollen gestaltet, nicht nur hingenommen oder ertragen werden. Manchmal kommen sie uns vor wie eine Last, wir haben Bedenken und wissen nicht, wie alles werden soll. Manchmal ist da auch Vorfreude auf Neues und das Alte möchten wir nur zu gern hinter uns lassen. Nicht alles liegt an uns selbst, an der eigenen Kraft. 

Übergänge schenken uns neue Erfahrungen wie zum Beispiel die aus dem Spruch, den Sie vielleicht auch kennen: wem Gott eine Tür zuschlägt, dem öffnet er ein Fenster.
Wieviele Fenster haben sich für uns im Leben schon geöffnet, als wir vor verschlossenen Türen standen: das ist doch unsere Erfahrung- und das ist immer wieder unsere Hoffnung.
Übergänge wollen und dürfen gestaltet werden. Da können wir zum Beispiel fragen: wo kann ich helfen? Oder wir können um die Hilfe bitten, die wir gerade brauchen. Manchmal ist ein Übergang ein Balanceakt, wie über eine Brücke ohne Geländer. Wer braucht gerade eine Hand zum Festhalten, wo brauche ich eine Hand, die mich hält, mit all meinen Bedenken, aber mit mancher Vorfreude auch. 

Übergänge wollen und müssen gestaltet, nicht nur ertragen werden. Es ist gut, sich daran zu erinnern: wir haben doch Mut und Kraft, wir dürfen vertrauen und einander begleiten. Denn wo Gott eine Tür zuschlägt, da öffnet er (mindestens) ein Fenster. 

Herzlich grüßt Sie Pastorin i.R. Barbara Fischer aus Saalfeld