05.09.2026
Gedanken zur Woche - Schöpfungszeit

Am Freitag, den 4.9.2026 wird in diesem Jahr der Ökumenische Schöpfungstag begangen. Er hat die Frage Gottes an Hiob zum Thema: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ Sicher ist gemeint, die Weite und die Entfernungen auf der Erde oder im ganzen Kosmos und Universum. Aber für uns heute klingt die Frage anders: Weißt du, wie weit es mit der Erde gekommen ist? Ist dir bewusst, wie die Folgen des Klimawandels real sind? Die Bilder aus Nepal von der Gletscher-Schmelz-Flut gehen unter die Haut. An diesem Wochenende ist Wahl in Sachsen-Anhalt. Vielleicht wählen so viele die AfD, weil sie von den vielen Veränderungen verunsichert sind. Zu den Veränderungen gehören auch die Folgen der Klimakrise und für viele sind Windkraft, Solaranlagen und Wasserstoff-Konzepte Reizworte, wo wissenschaftliche Erkenntnisse einfach nicht Beachtung finden und lieber das Versprechen einer „alten, vertrauten Welt“ gewählt wird. Wir werden sehen. In Unterwellenborn soll für das Thüringer Stahlwerk, wie es in der Zeitung zu lesen war, eine Fläche mit Photovoltaik, die auch landwirtschaftlich genutzt werden kann, geschaffen werden, hoffentlich mit Zustimmung des Gemeinderates. In den Kirchen ist der ganze September „Schöpfungszeit“. Das heißt, wir blicken mit Achtung und mit offenen Augen auf unsere Schöpfung, auf unseren Lebensraum, auf die Natur. In vier Wochen, am 3.10.2026 begehen wir den 800.Todestag von Franz von Assisi. Er hat in Einheit und mit einer großen Wertschätzung für die Schöpfung gelebt. Sein Sonnengesang kann auch für uns diese Verbindung stärken und das Bewusstsein für unsere Verantwortung für die Erhaltung der Schöpfung:

„Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,die uns ernährt und trägt und vielfältige Früchte hervorbringt mit bunten Blumen und Kräutern.
Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen aus deiner Liebe und Krankheit ertragen und innere Strapazen.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.
Gelobt seist du, mein Herr, durch unsre Schwester, den leiblichen Tod; Ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden…“

Sonnengesang des Franz von Assisi