09.05.2026
Gedanken zur Woche - Rogate
Der Sonntag Rogate beinhaltet die Aufforderung zum Gebet. Gebet – zu Gott sprechen – IHM alles sagen können in Dankbarkeit, in Besorgnis, im Flehen. „Ob Gott mein Gebet hört?“ Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht, doch ich bin mir sehr sicher, dass der zu diesem Sonntag gehörende Wochenspruch "Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet." in Ps 66,20 von einem Beter geschrieben wurde, der aus Erfahrung spricht.
Das ermutigt mich, eigene Erfahrungen mit dem Gebet zu machen. Es tut mir gut, wenn Menschen mich wissen lassen, dass sie für mich beten, und gern bete ich auch für Menschen, die mir ihre Anliegen anvertrauen. Wie oft sehen wir uns in unserem Leben in Situationen, wo wir mit unserem eigenen Latein am Ende sind und gerade dann durch das Gebet einen Bezugspunkt zu der Kraft bekommen, die höher ist als eigenes Bitten und Verstehen.
„ Mein Gebet macht meine Enkel stark“ – ein Buchtitel der Autorin Stormie Omartian erinnert mich an eine Begebenheit in der Bibel. Da erwähnt Apostel Paulus in Apg. 2. Timotheus 1,5 dessen Großmutter Lois. Aus den Worten des Paulus können wir erahnen, dass Louis Beständigkeit im Weitergeben ihres Glaubens repräsentierte, sie hat die Geschichten Gottes bewahrt und sie weitererzählt.
Ich denke, dieses Bild passt auch heute noch zu manchen Frauen in Familie , Kirche und Gemeinde. Oft sind es die Frauen, die für die gefühlte „Betriebstemperatur“ des Glaubens in der Familie sorgen. Oft haben Frauen das erste Gebet am Kinderbett gesprochen oder den Gottesdienstbesuch zur Selbstverständlichkeit gemacht.
Wie oft sind es die Großmütter, die mit ihrem Gebet über Jahre bei Gott dafür eintreten, dass die Enkelkinder gute Lebensentscheidungen treffen können und dass sie Jesus kennenlernen. Auch wenn wir davon reden, dass der Glaube ein Geschenk des Heiligen Geistes ist, so fällt aber Glaube nicht einfach vom Himmel. Er wächst meistens auf dem Boden von Beziehungen – Beziehungen, die sich auch in Gebeten ausdrücken.
Gebete für unsere Lieben sind wie ein geistliches Depot oder eine „hinterlegte Liebe“. Auch wenn die Kinder weit weg sind – von unserem Lebensumfeld oder vom Glauben, bleiben die Gebete bei ihnen wie ein unsichtbarer Schutzschirm.
Lassen Sie uns heute an diesem 2. Maisonntag, der auch Muttertag ist, den Frauen danken, die uns den Weg zum Glauben gewiesen haben. Ihr Wirken hat Ewigkeitswert . Das können leibliche Mütter oder Großmütter gewesen sein, doch vielleicht waren es auch Tanten, Sonntagschultanten, Patentanten, die „Gemeinde-Oma“oder manch andere Glaubensmütter.
Doch nicht nur ihnen, sondern Danke an alle Mütter, die jeden Tag Trösterinnen, Mutmacherinnen, Organisationstalente und stille Heldinnen des Alltags sind und mit ihrer unendlichen Geduld und bedingungslosen Liebe die Orte schaffen, die sich immer nach „Zuhause“ anfühlen– egal, wie alt wir werden.