28.02.2026
Gedanken zur Woche - Reminiscere
Unter Reminiszenzen verstehe ich persönliche Erinnerungen. Der Name dieses Sonntags stammt aus Psalm 25,6. Er beschreibt nicht die persönlichen Erinnerungen des Psalmbeters, sondern der Beter bittet Gott, sich zu erinnern! Und das mit dem Blick in alle Verfehlungen, Anfechtungen und Krisen seines eigenen Lebens. Er beschreibt damit die tiefste menschliche Sehnsucht nach heil und gesund sein, und nach einer lebendigen und lebensfähigen Beziehung zu seinem Gott. Vielleicht ist das die Quelle für den Satz von Sören Kierkegaard: „Gottes zu bedürfen ist des Menschen höchste Vollkommenheit“. Wie weit wir von diesem Denken abgekommen sind, zeigte mir am Mittwoch der Artikel in unserer Zeitung mit dem Titel: „Aus Fahrgastschiffen macht die KI Kanonenboote“. Der Artikel über Erfahrungen und Beobachtungen von Ralf Thun, Lehrer für Mathematik, Informatik und Medien-Bildung am Gymnasium Fridericianum in Rudolstadt schließt mit dem Absatz: Thun ist ein wenig ratlos. „Es überrennt uns jetzt einfach!“ Mit Entsetzen stellte der Gymnasiallehrer kürzlich fest: „Es gehen sogar wieder Theorien über die Flacherde rum!“ Man habe als Lehrer „richtig zu tun“, wenn Schüler mit sehr gekonnt gemachten Fake-Videos ankommen, die angeblich beweisen, dass die Erde eine Scheibe ist. Thun hat da eine helfende Idee: „Man muss mit den Kindern in die Natur gehen.“ An bestimmten Stellen der Hohenwarte-Talsperre kann man die Erdkrümmung bereits mit den eigenen Augen erkennen. Das können Lehrer oder Eltern ihren Kindern zeigen. Und dann könnten sie sagen: „Glaubst Du es mir jetzt?“
Ich bin sicher, dass wir in unserer KI- und Fake-gesättigten Zeit die gesunde Resilienz für uns, unsere Kinder und Enkelkinder brauchen, also die seelische Widerstandskraft, Krisen und Belastungen gesund zu bewältigen. Drei Hilfreiche Sätze dazu bietet uns die Bibel: 1. „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.“ 2. „Alles was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch. Und 3. „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!“
Der Predigttext am Sonntag aus Römer 5,1-5 ist eine weitere Hilfe, im Glauben zu wachsen und zuversichtlich in die neue Woche zu starten.
Das wünscht Ihnen Pastor Franz Beutel
Evangelisch-Freikirchliche-Gemeinde Rudolstadt