11.04.2026
Gedanken zur Woche - Quasimodogeniti
„Komm her, Marie, ein letztes Glas, genießen wir den Augenblick
Ab morgen gibt's statt Wein nur Wasser
Komm her und schenk uns nochmal ein, so viel wird morgen anders sein
Marie, die Welt wird langsam blasser
Die weißen Tauben sind müde
Sie fliegen lange schon nicht mehr
Sie haben viel zu schwere Flügel
Und ihre Schnäbel sind längst leer
Jedoch, die Falken fliegen weiter
Sie sind so stark wie nie vorher
Und ihre Flügel werden breiter
Und täglich kommen immer mehr
Nur weiße Tauben fliegen nicht mehr.“
1982 war es, als Hans Hartz dieses Lied sang, ein Lied, heute so aktuell wie nie zuvor. Im selben Jahr gewann Nicole mit dem Lied „Ein bisschen Frieden“ den ESC. „Frieden schaffen ohne Waffen“, „Schwerter zu Pflugscharen“, „Nie wieder Krieg“, diese Rufe hallten noch stark und kräftig durch die Straßen und Plätze unseres Landes. Ja, auch damals flogen schon die „Falken“, aber noch bekamen die „Weißen Tauben“ voller Überzeugung lautstarke Unterstützung. Wo ist diese heute geblieben? Wort zur Wochenwende? Alte Zöpfe! Abschneiden, weg damit! Ostermärsche? Viel zu undifferenziert, also politisch unkorrekt. Weg damit! 1982 waren Spielzeug-Panzer und Spielzeug-Jagdflieger als KRIEGS-Spielzeug verpönt. Heute: sind ganze Regale in Spielzeuggeschäften voll damit. Krieg: Na klar“ Das tut unserer Wirtschaft gut und wir können durch die Kriege, die andere führen, prima lernen. Neid, Hass, Missgunst und Gewalt wohin man auch schaut. Wie zu Zeiten der Montagsdemonstrationen sind es wieder die Kirchen, in denen man ohne sofort misstrauisch beäugt zu werden, von Frieden und Völkerverständigung reden kann. Eine Woche nach Ostern, am Sonntag Quasimododogeniti, sagt uns der Verfasser des Petrusbriefes, wie es weiter gehen soll: 2,1 Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung! 2 Verlangt wie neugeborene Kinder nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und Rettung erlangt! 3 Denn ihr habt gekostet, wie gütig der Herr ist. Es liegt nicht nur an uns Christen der Welt zu zeigen, dass „Falken“ zwar stark, aber die „Weißen Tauben“ doch noch in der Überzahl sind.
Bleiben Sie behütet,
Pfr.i.R. M. Ehrlichmann