07.03.2026
Gedanken zur Woche - Okuli: schau genau
Der dritte Sonntag der Passionszeit fordert uns zum Sehen, zum Hinsehen, auf. Die Augen aufmachen in Anlehnung an den 25. Psalm, wo es heißt: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn“- daher hat dieser Sonntag seinen Namen.
Auf welche Herren sehen wir? Auf die, die sich als Herren der Welt aufspielen und doch nur Leid und Verderben über so viele Menschen bringen? Manchmal kann un möchte man lieber gar nicht mehr hinsehen. Das Hinsehen tut weh in diesen Tagen, macht oft ratlos und ohnmächtig.
„Meine Augen schauen stets auf den Herrn“: das gibt uns Orientierung. Das lässt uns hoffen auf Gottes Kraft, die stärker ist als die der vermeintlichen Herren der Welt.
Wer genau hinsieht, die Augen nicht verschließt, kann Wichtiges entdecken. Zum Beispiel, worauf man wirklich vertrauen kann. Was Lüge ist und was Wahrheit. Was es noch gibt im Leben. Der genaue Blick kann befreien.
Schauen sie sich doch das Bild, das zu diesem Text gehört, einmal genau an: da liegen weiße Rosen auf deinem Stein, abgelegt nach einer Trauerfeier am Grab der Verstorbenen, im Hintergrund auch eine weiße Orchidee. Sie stecken die Köpfe zusammen, symbolisieren den Zusammenhalt der Lebenden untereinander, aber auch mit der Gestorbenen. Ein schönes Bild. Und in der Mitte ist noch etwas- haben sie den kleinen Engel entdeckt? Der hält das Ganze noch einmal extra zusammen, der erzählt vom Segen, unter dem alle stehen, die da zusammengekommen sind.
Okuli: schau genau. Dann kannst du manchmal einen Engel entdecken. Dann findest du deine Blickrichtung und weißt, wem du folgen kannst.
Ihre Pastorin i.R. Barbara Fischer