21.02.2026
Gedanken zur Woche - Invocavit
Die Woche "Invocavit" ist die erste Woche der Fastenzeit. Manche haben sich vorgenommen, auf etwas zu verzichten. Das ist aller Ehren wert und eine gute Idee. Sich zu beschränken weitet den Blick, was es dann doch alles gibt. Das ist in der Überflussgesellschaft eine heilsame Unterbrechung. Hier gibt es bald unzählige Handreichungen, wie man das Fasten denn am Besten gestaltet. Da findet jeder sicherlich etwas Passendes.
Jesus hat in seinen Lebtagen auch gefastet. Jedenfalls wird speziell von einer besonders langen Zeit berichtet, in der er gefastet hatte. Das war in seinem Fall wohl, dass er komplett auf Essen verzichtet hat.
Interessant ist, dass an keiner Stelle dazu eine Begründung gegeben wird. Es wird nicht gesagt, dass er aus gesundheitlichen Gründen oder Gründen des Abnehmens faste. Es heißt auch, dass er zu der Zeit des Fastens in der Wüste sei. Das griechische Wort hierfür heißt gleichzeitig auch "Einsamkeit". Fastet Jesus also auch Menschen?
Jesu Fasten setzt direkt nach seiner Taufe ein. Also an der Stelle, wo Gott ihn seinen Sohn nennt. Es ist, als ob er sich auf seinen Dienst am Menschen vorbereitet. Dass er der Heiland der Menschen wird. Zunächst in seinem Israel und später für alle Menschen. Das Fasten scheint bei ihm eine innige Gemeinschaft mit Gott gewesen zu sein. Also nicht so sehr Verzicht auf etwas, sondern: Eintauchen in das göttliche, indem das Irdische eine zeitlang anstehen muss.
Diese Blick auf die Fastenzeit setzt den Blick noch etwas anders an: Das Fasten ist bei Jesus keine Leibesübung, sondern hat einen geistlichen Tiefgang. Egal wie oder woher: Möge der uns allen geschenkt werden.