14.02.2026
Gedanken zur Woche - Estomihi

Am Sonntag Estomihi, oder auch genannt "Quinquagesimae", beginnt die Woche, in der die Vorfastenzeit endet und die Fastenzeit eingeläutet wird.

Estomihi bedeutet: "Sei mir" - und zu ergänzen ist "ein starker Fels", denn so lautet der Vers aus Psalm 31. Quinquagesimä bedeutet 50. Die Gelehrten sind sich nicht so ganz einig, was diese Zahlen 70 (Septuagesimä), 60 (Sexagesimä) und 50 zu bedeuten haben. So ganz passen sie nicht auf die Wochen, wenn man es akribisch nachzählt. Aber ich denke, es wird deutlich, dass es auf Ostern zugeht. Die Heilsgeschichte nähert sich nach Geburt und Taufe Jesu, seinem öffentlichen Wirken, dem Höhepunkt: seinem Tod, der Auferstehung, schließlich der Himmelfahrt. Da kommt das Herunterzählen einer Art Countdown gleich.

Ich wohne im Mittelgebirge auf einem starken Fels. Wie stark der ist, haben wir im letzten Jahr bei Grabungsarbeiten am Pfarrhaus erst einmal so richtig mitbekommen. Denn es gab immer wieder Feuchtigkeit im Hause, und die musste ja irgendwo herkommen. Doch mit Spaten kam man kaum Millimeter weit.

Interessant war, dass selbst im harten Fels solche Schichten waren, wo das Wasser lang gekrochen ist. Also anscheinend gibt es der starke Fels her, dass selbst in ihm Wasser fließt.

In Zeiten von kirchlicher Dürre ist mir dieses Erleben eindrücklich. Scheint es doch so zu sein, dass sich das Wasser des Glaubens seinen Weg selbst durch den Fels sucht. Im Prinzip unsichtbar, aber doch tief, geschützt vorhanden. Es wäre so schön, wenn es richtig sprudeln würde. Aber vielleicht ist die Zeit dafür nicht reif - oder die Kirche selbst nicht. Aber dabei sollen wir bleiben: Wenn wir auf etwas bauen, dann auf Jesus Christus, den starken Fels, so, wie ihn uns die Heilige Schrift zeigt.

Einen guten Übergang in die Passionszeit wünscht

Pfarrer Christian Göbke