20.06.2026
Gedanken zur Woche - "Denn wo dein Schatz ist, ... “

„Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz!“ (Matt. 6,21). Oder: An was du dein Herz hängst, da ist dein Gott!“ (Martin Luther) Die Worte Jesu bilden im Evangelium bei Matthäus den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Aussagen über die Hingabe zu Gott. Was dem entgegen steht, ist die Sucht nach materiellen Schätzen. Es gibt die falsche Vorstellung, wir könnten unser Leben in dieser Welt durch Besitz, Reichtum und Ansehen sicherer und angenehmer gestalten. Das ist ein Trugschluss! Wir alle wissen, dass materielle Werte nur vorübergehend beruhigen. Wir leben immer im Vergleich. Wir orientieren uns immer nach noch mehr, nach noch Höheren und noch Besseren. Doch wir wissen alle: „Das letzte Hemd hat keine Taschen…“ Deswegen sagt Jesus: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel…Dort, wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein!“ Doch wo ist unser Schatz? Wofür schlägt unser Herz?

Kirchentag in Dresden

Der Bibeltext war das Motto des Kirchentages in Dresden. Bei Kirchentagen kann man miterleben, was es heißt zu einer Gemeinschaft von Christen zu gehören, deren Herz im Glauben schlägt. Dresden, eine wunderschöne Stadt, bei herrlichem Sommerwetter mit tausenden fröhlichen Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Für viele Pfarrer und Gemeindeglieder ist das immer wieder ein herrliches Bild, wenn die Jugendlichen (Pfadfinder) mit großen Schildern in der Hand vor der Kirchentür standen, auf denen zu lesen war: „Kirche überfüllt!“ 

Gemeinschaftsgefühl

Was mich aber am stärksten in Dresden fasziniert hatte, war das Gemeinschaftsgefühl der Menschen, egal welchen Alters, egal welcher Herkunft! Ein äußeres Zeichen war das grüne Kirchentagstuch. Ein inneres Zeichen war der Geist, der sie prägte. Egal ob am Elbufer beim Abendgebet, in den Messehallen oder in den überfüllten Straßenbahnen, man hat aufeinander geachtet! Zum Abschluss-Gottesdienst trafen sich dann über 120 Tausend Christen am Elbufer. Eine herrliche beeindruckende Kulisse, die viele im Fernsehen mit verfolgt haben. Gegen Ende des Gottesdienstes ist uns etwas passiert, dass für mich ein Sinnbild von christlicher Gemeinde war.

Wir hatten uns am Rand einer Wiese unter den Schatten von großen Bäumen gestellt. Vor uns die Elbe und die Silhouette der Stadt Dresden mit den „Brühlschen Terrassen“, der neu aufgebauten Frauenkirche und der Schlosskirche (siehe Titelbild). Auf einmal hörten wir es laut knacken und wir konnten sehen, wie sich ein großer fetter Ast in der Baumkrone löste und nach unten fiel. Sofort standen die Menschen auf und griffen gleichzeitig nach dem nach unten stürzendem Ast. Die viele Hände fingen den schweren Ast noch in der Luft (im Fluge) auf und verhinderten so, dass er auch nur einen verletzte. Aufgefangen, gehalten und getragen, dass ist es was eine gute Gemeinschaft prägt. Gehalten, getragen und erfüllt von Gottes Wort und Zusage, das wünsche ich Ihnen für die vor uns liegende Sommerzeit.

Ihr Pfr. Martin Krautwurst