13.06.2026
Gedanken zur Woche - Das Wiedersehen nach vielen Jahren
Der 104. deutsche Katholikentag war vom 13.- 17. Mai in Würzburg. Zu diesem großen Jubiläum wurde im ganzen Land eingeladen. Viele machten sich auf den Weg. Und ich wollte auch dabei sein. Bei diesen großen Glaubensfesten gibt es unzählige Angebote. Ob Musik, Diskussionsrunden, Bastelstraßen, Gebetskreise und ökumenische Gottesdienste, ... für jeden war etwas dabei.
Auch für die Verpflegung der vielen Pilger war bestens gesorgt.
In Würzburg angekommen, wurden die Handy-Nummern ausgetauscht. „Um 18.00 Uhr treffen sich alle wieder zur Rückfahrt!“ Dann konnte jeder den Tag selber gestalten. Die gelben Schals, an denen man die Teilnehmer des Katholikentages erkannte, bestimmten das Straßenbild in der Mainstadt.
Einige Tage vorher hatte mich ein alter Studienfreund angerufen und gefragt, ob ich auch nach Würzburg käme. „Dann müssen wir uns auf jeden Fall treffen, wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen!“ war seine Antwort.
Die zwei Stunden des Wiedersehens vergingen wie im Fluge. Etwa fünfzehn Jahre lagen zwischen den letzten Begegnungen; da gab es viel zu erzählen. „Du, ich war noch nie in Saalfeld und Rudolstadt,“ sagte mir Christoph. Und meine Einladung nach Thüringen nahm er gerne an. „Bring bitte ein Paar feste Schuhe mit,“ empfahl ich ihm noch.
Was zeigt man seinen Gästen? Bei strahlendem Sonnenschein erklommen wir den Weg zur Preilipper Kuppe. Der tolle Ausblick von dort oben auf das Saaletal und Rudolstadt ist jedes Mal überwältigend. Und eine „Brotzeit“ mit einem guten Bier aus unserer Heimat schmeckt dort oben besonders gut!
Auch beim späteren Gang durch die Stadt mit ihren großen Kirchen, dem Marktplatz und historischem Rathaus, dem alten Gericht, dem Schillerhaus, ... - da wird Geschichte lebendig.
Der Wetterbericht sagte für den kommenden Tag bestes Wanderwetter an. Selbst für ungeübte Wanderer ist eine Tour durch das schöne Schwarzatal immer ein Erlebnis. Das Auto ließen wir am Parkplatz stehen und nahmen den Weg entlang der Schwarza.
Unterwegs zauberte Christoph zwei kleine Flaschen Sekt aus seinem Rucksack: „Weißt du“, sagte er, „du wohnst hier in einer sehr schönen Gegend. Dafür darfst du dem lieben Gott täglich DANKE sagen! Darauf müssen wir anstoßen!“
Christoph, der seit Jahren in Leipzig wohnt, war begeistert vom Saale- und Schwarzatal. Es dauerte nicht lange und er stimmte auf der Heimfahrt im Auto das Lied an: „Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag.“ Vielleicht müssen uns manchmal Fremde die Augen (wieder) öffnen für die Schönheit unserer Heimat.
Gut fünfzehn Jahre hatten wir uns nicht gesehen. Und beim Abschied sagte er nur: „Nächstes Jahr komme ich wieder, dann können wir weiter erzählen.“
Einen guten Freund, mit dem Sie sich austauschen können, wünscht ihnen
Ihr
Pfarrer i.R. Otto Stöber von der katholischen Gemeinde