25.07.2026
Gedanken zur Woche - Das Heil kommt von Gott

„Heute ist diesem Haus Heil widerfahren!“ (Lukas 13,16) Dieser Text stammt von Jesus und der Evangelist Lukas hat ihn im 13. Kapitel aufgeschrieben und so für die Nachwelt erhalten. Es geht um das Heil, um den Frieden und die Zufriedenheit in den eigenen vier Wänden. Das geschieht durch richtiges Hören und Handeln, es geht um Respekt und gegenseitige Achtung. Diese Eigenschaften kommen derzeit in unserer Gesellschaft etwas zu kurz. Es fällt uns schwer, einander zuzuhören, einander wahrzunehmen und Argumente auszutauschen. Wir haben meist eine vorgefertigte Meinung und lassen uns nur selten von ihr abbringen. Dabei wäre es wichtig, auch mal die Perspektive zu wechseln und aus dem Blickwinkel meines Gegenübers die Argumente zu hören und zu sehen. 

Sehr eindrücklich geschieht dies in der bekannten Geschichte von Zachäus. Ein Zöllner, klein von Statur, klettert auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen und zu hören. Er wechselt also die Perspektive und nimmt Jesus anders wahr, als gewohnt. Und auch Jesus sieht ihn jetzt anders, er schaut in sein Herz und erkennt seine wahre Gesinnung. Er lädt sich zu ihm in sein Haus ein, um mit ihm zu reden. Das war zu damaliger Zeit sehr ungewöhnlich, denn die Zöllner waren beim jüdischen Volk unbeliebt und verhasst. Sie galten als unrein, weil sie für die römische Besatzermacht die Steuern eintrieben und sich selbst dabei unredlich in die Tasche wirtschafteten. Aber Jesus lässt sich auf ihn ein und geht in sein Haus, trotz der Kritik seiner Jünger. Und diesem Haus widerfährt an diesem Tag das Heil, das Veränderung und neues Leben bringt. Zachäus verspricht Jesus, die Hälfte seines Reichtums an die Armen zu verteilen und die Betrogenen dreifach zu entschädigen. Jesus gibt ihm die Chance umzukehren und wieder seinen Weg zu finden. Das macht den Zachäus wieder glücklich und heil. 

Pfarrer Martin Krautwurst, Rudolstadt